Schöne Bescherung – Mit hohen Mieten auch ins neue Jahr

Neujahrsempfang 2012Am 20.01 fand im Nikolaisaal der Neujahrsempfang der Stadt Potsdam statt. Diese Veranstaltung dient traditionell der gegenseitigen Lobhudelei der Politiker_innen der Stadt Potsdam. So pries Jan Jakobs den Stadtumbau Potsdams als “weniger preußisch, wenn dann italienisch“ geprägt. Was angesichts der umfänglichen Geburtstagsgratulationen für Friedrich II. einigermaßen albern erscheint. Sein Jahresrückblick konnte nicht nur von der eigenen Großartigkeit berichten, Jakobs musste auch eingestehen, dass tatsächlich noch nicht alles perfekt ist in Potsdam.

In seiner Rede wurde Friedrich II. mehr als häufig zitiert oder angesprochen unter anderem mit dem Bonmots dass es die größte Freude des Menschen wäre, neue Wahrheiten zu entdecken. Allerdings muß man keine neuen Wahrheiten entdecken um zu erkennen, dass seine Selbstkritik nur eine Farce ist.

Das Bündnis Recht auf Stadt wollte dieses Schmierentheater nicht unkommentiert stehen lassen. Deshalb entrollten drei junge Potsdamer_innen direkt nach Jakobs Rede ein Transparent und hielten eine Rede, um einen eigenen Beitrag zu platzieren. Mit ihrem Auftritt wollten sie auf die schwierige Wohnungssituation aufmerksam machen und den dafür Verantwortlichen auf die Pelle rücken. Die gehaltene Rede finden Sie im Anhang. Das Publikum reagierte durch die Bank weg mit Buhrufen, es waren auch Stimmen zu hören die forderten „Geh arbeiten“.

Nachdem die Aktivisten von der Bühne gedrängt wurden, verstieg sich Jakobs dazu das Halten des Redebeitrags als „gewalttätig“ zu diffamieren. Dagegen empfinden wir es als gewalttätig wenn Menschen aus ihren Wohnungen fliegen, von ihren Vermietern solange terrorisiert werden bis sie ausziehen und im schlimmsten Fall obdachlos werden. Auch dem ewig wiederholten Diskussionsangebot können wir keine Bedeutung mehr zumessen. Zu lange ist das Problem bekannt, zu oft wurde darüber geredet, zu sehr haben die SPD und die Stadt das Problem mit ihrer Politik verschärft.

Aus diesem Grund hatte sich ein weiteres Gruppe des AK Recht auf Stadt, schon ein Tag zuvor zu dem Sektempfang dieser »Stadtspuren«-Vereinigung aus Pro Potsdam und Wohnungsbaugenossenschaften, in die Waschhausarena eingeladen. Leider war das Buffet noch nicht eröffnet gewesen aber trotzdem konnte der AK die größten Vermieter und Wohnungseigentümer sicherlich eindrücklich an Ihre Rolle und Ihre Verantwortung in dieser Stadt erinnern. Aber wer konnte erwarten das Mietpreistreiber sich ungestört zu prosten und Sekt schlürfen können, wenn vor ihrer Tür die Wohnungssituation eskaliert.

Dem ewig wiederholten Diskussionsangebot kann der Arbeitskreis zu diesem Zeitpunkt keine Bedeutung beimessen. Zu lange ist das Problem bekannt, zu oft wurde darüber geredet, zu sehr haben die SPD und die Stadt das Problem mit ihrer Politik verschärft.

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    aber sind nicht Fähig (oder Bereit) etwas wirklich zu tun. Allerdings hatte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) im PNN-Interview gesagt, auch die Hilfe der Pro Potsdam...
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