Studentin kämpft gegen die Sanierung ihrer Bleibe

Es ist eine Geschichte, die illustriert, worüber Potsdam diskutiert – die Verdrängung junger Menschen durch hohe Mieten und teure Sanierungen. Seit vier Jahren wohnt Katrin Schmidt auf 48 Quadratmetern in der Babelsberger Kleist-Straße. Als sie ihre Wohnung bezog, zahlte sie fünf Euro Kaltmiete je Quadratmeter für zwei Räume und eine Küche: Toilette im Treppenhaus, Ofenheizung, alte Fenster, marode Elektrik. Doch Katrin Schmidt fühlte sich wohl in der Wohnung, die damals noch Semmelhaack gehört. Die 22-Jährige aus Ketzin hat in Potsdam ihr Abitur gemacht und in Berlin ein Kunstgeschichts-Studium aufgenommen. 2010 kaufte die Babelsberger Firma Kirsch & Drechsler das Haus mit elf Parteien, kurz danach kam die Modernisierungsankündigung. Bis auf 13 Euro je Quadratmeter sollte die Miete steigen, dafür bekommt die Wohnung Zentralheizung, neue Fenster, Böden, Decken, Leitungen, Einbauküche, Bad, Dusche und Balkon. Katrin Schmidt widersprach der Modernisierungsankündigung – weil sie sich die neue Miete nicht leisten könne „und weil es auch etwas Politisches ist“, sagt sie. Kirsch & Drechsler klagten auf Duldung des Umbaus. Seither beschäftigt der Fall die Gerichte.

Quelle: MAZ

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