Mietendilemma und die allgemeine Unzuständigkeit

Das Dilemma der hohen Mieten hat in Potsdam mittlerweile ein Ausmaß erreicht, das alle Beteiligten zum munteren Schwarzer-Peter-Spielen veranlasst: Die Stadtpolitik sagt, die Stadt müsse für günstigere Wohnungen sorgen. Die Stadt sagt, das Land oder der Bund müssten den sozialen Wohnungsbau fördern. Das Land sagt, wir fördern anderswo Abriss, ihr habt da ein Luxusproblem, und hält die Sache damit für erledigt. Der Bund sagt was von Bevölkerungsrückgang und wendet sich danach wieder der Finanzkrise zu. Na gut, sagt die Stadt, dann müssen halt die sozialen Wohnungsunternehmen ran, dafür sind die ja da. Ihr spinnt wohl, sagen die Wohnungsunternehmen – sie drücken es nur freundlicher aus –, wenn wir Euren Neubaubedarf decken, dann steigen alle Mieten in einem Maße, dass ihr gleich die Hälfte der Einwohner austauschen könnt. Dann sitzen alle im Kreis und schauen sich bedröppelt an. Und nun? Nun werden diverse Arbeitskreise gegründet, die zwar die Kostensteigerungen nicht aufhalten können, aber nach einigen Monaten herausfinden, warum die Mieten steigen. Wahrscheinlich, weil Potsdam schön ist, wächst und genug Leute kommen, die mal eben elf Euro pro Quadratmeter hinblättern können, mit dem Verweis, dass Hamburg noch viel teurer ist. Schön für sie. Schade für Potsdam.

Quelle: MAZ

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