Nach erfolgloser Wohnungssuche ziehen viele Studenten notgedrungen an die Spree

POTSDAM/BERLIN – Sie wohnt in Berlin, würde aber lieber in ihrer Heimatstadt Potsdam leben. Die 24-jährige Stephanie Jürries studiert an der Universität Potsdam im Masterstudiengang anglophone Literaturen und Kulturen und pendelt, wie alle ihre Mitstudenten in den von ihr belegten Kursen, jeden Tag zwischen Potsdam und Berlin.

Stephanie wurde in Potsdam geboren und verbrachte ihre Kindheit hier, später zog sie mit ihren Eltern nach Nordrhein-Westfalen. Regelmäßig besuchten sie die Verwandtschaft in Potsdam. „Ich war als Kind schon immer sehr gern hier“, erzählt Stephanie.

Nach ihrem Bachelor an der Universität Duisburg/Essen ging sie für ein Jahr nach London. Für das Masterstudium zog es den England-Fan zurück in die alte Heimat, doch das erwies sich als schwieriger als gedacht. „Ich habe zwar geahnt, dass die Wohnungssuche nicht einfach ist, aber dass ich in Potsdam gar nichts Passendes finden würde, hätte ich nicht erwartet“, sagt sie. Stephanies Warmmietlimit lag bei 300 Euro. Sie wollte kein WG-Zimmer, sondern eigene vier Wände. „Nach dem Jahr als Au-Pair in London wollte ich wieder meine Ruhe haben zum Studieren.“ Soweit die Voraussetzungen. Damit machte sie sich zunächst im Internet auf die Suche nach einer Bleibe. „Ich habe in Babelsberg, Waldstadt und Potsdam West gesucht. Und in den Studentenwohnheimen, aber selbst da lag die Miete oft über meinem Limit!“ Zudem gäbe es in den Wohnheimen lange Wartezeiten, so dass Stephanie nicht sofort Anfang September hätte einziehen können und die Häuser seien oft alt und dunkel, auch teilweise zu abgelegen von Stephanies Unistandort am Neuen Palais. In einem Wohnheim in Babelsberg unweit der Sternwarte hätte es Wohnungen in ihrem Limit gegeben, doch bevorzugt sie eine zentrale Lage. „Wenn du am Arsch der Welt wohnst, dann wohnst du günstig!“

Die Gewoba hätte Wohnungen nach Stephanies Geschmack gehabt, wollte sie jedoch auf Grund des noch fehlenden Einkommensnachweises nicht einziehen lassen. „Und eine Bürgschaft meiner Eltern haben sie nicht akzeptiert.“ Nachdem die Suche erfolglos war, beauftragte Stephanie einen privaten Makler, doch dieser konnte ihr in Potsdam nur Angebote ab 500 Euro unterbreiten.

Quelle: MAZ

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