Alarmierend

Das Zeichen ist eindringlich: Rund 2600 Menschen haben in Potsdam gegen hohe Mieten demonstriert. Junge und ältere, Familien, Studenten. Keineswegs wurde die teils radikal angekündigte Demo zu einem ausschließlichen Marsch der linksautonomen Szene, der Wohnprojekte in ehemals besetzten Häusern, des schwarzen Blocks. Es war eine bunte Demonstration, und eine alarmierende. Denn fast jeder Demonstrant brachte seine eigene Wohn-Geschichte mit auf die Straße – was zeigt, wie drängend und konkret das Mieten-Problem in Potsdam ist: Studenten, die kein Zimmer unter 400 Euro finden, Familien, die sich vor der Sanierung ihres Wohnhauses ängstigen, weil sie danach wohl die Miete nicht mehr zahlen könnten, Ältere, die gern ihre große Wohnung freiziehen würden, doch für die neue kleinere als Neumieter mehr zahlen würden. Die Stadtspitze täte gut daran, auf diese Demonstration zu reagieren, ihr Konzept gegen die Mietpreisspirale erneut zu kommunizieren. Überzeugen wird sie die Potsdamer damit aber nur, wenn auch die Pro Potsdam als kommunaler Vermieter schlüssig handelt.

Quelle: PNN

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